1952 Dampfer Potsdam Wannsee

Groggert 1988, Seite 114:
“Für die 1894 gegründete “Oberspree-Dampfschiffahrts-Gesellschaft Tismer & Co.” in Niederschönweide fuhren ab 1895 vier neue, von der Schiffswerft Johannsen & Co. in Danzig gebaute Dampfer. Die 31,7 m langen, 6,40 m breiten Doppelschrauber hatten je zwei 90-PS-Maschinen der Union-Gießerei in Königsberg und hießen ursprünglich
“Neptun”,
“Kyffhäuser”,
“Hewald”,
Borussia”.
Die Schiffe gingen im Juli 1898 durch Kauf zum Preis von 180.000 Mark in das Eigentum der SpHDG Stern über und erhielten hier die Namen
 “Berlin”,
“Wannsee” (ab 1934 “Dahme”),
“Grünau”,
Potsdam

Groggert 1988, Seite 194:
“1928 sollte ein besonders ereignisreiches Jahr für die Spree-Havel-Dampfschiffahrts-Gesellschaft Stern werden ......... Im Oktober kollidierte der Dampfer “Potsdam” in der Sakrower Enge mit einem Motorboot und mußte, da er zu sinken drohte, zunächst auf Grund gesetzt werden. Der Passagiere bemächtigte sich eine starke Aufregung. Eine Frau sprang über Bord und verletzte soch dabei.”

Groggert 1988, Seite 254:
“Da auch die S-Bahn-Verbindung von Berlin nach Potsdam zerstört war, fuhr sie mit dem Dampfer “Potsdam”, den ihr die sowjetische Armee kurz zuvor zurückgegeben hatte, vom 21. Juni 1945 an von der Stößenseebrücke zur Glienicker Brücke. Die “Potsdam” hatte wie ihre Schwesterschiffe eine Eigenart, die einer mit dem Schiff nicht vertrauten Besatzung fremd sein mußte: Während bei Doppelschraubendampfern die beiden Propeller zumeist gegenläufig nach innen rotierten, drehten sie sich bei den Schiffen der “Berlin”-Klasse nach außen, ein Umstand, der natürlich auch hinsichtlich der Manövrierfähigkeit eine Rolle spielte. Aber ein eingedrückter Vordersteven galt damals nur als ganz unbeachtlicher Schönheitsfehler. Bis zum August 1945, als die Fahrten der “Potsdam” wegen Kohlenmangels eingestellt werden mußten, sind mit diesem Dampfer täglich etwa 2000 Menschen nach Potsdam und zurück gefahren.”

Groggert 1988, Seite 311
“Die Grundausstattung der 1949 begründeten DSU (Deutscher Schiffahrts- und Umschlagsbetrieb) an Fahrgastschiffen bildeten die seit Kriegsende instandgesetzten Dampfer der Stern und Kreisschiffahrt.......Die drei großen, 1885 von Johannsen & Co. in Danzig gebauten Dampfer “Berlin”, “Potsdam” und “Friedensbote” (ex “Dahme”, ex “Wannsee”) beendeten ihre Dienstzeit bei der “Weißen Flotte Potsdam”, der sie seit Ende der fünfziger Jahre zugeteilt worden sind. Teile des Dampfers “Potsdam” sind von der Schiffswerft Genthin 1970 beim Bau des 40,45 m langen 6,11 m breiten Motorschiffs “Strandbad Ferch” verwendet worden.”

Trost 1988, Seiten 7 und 8:
“Die im Jahre 1894 neugegründete Oberspree-Dampfschiffahrts-Gesellschaft Tismer & Co. in Niederschönweide hatte sich mit den Fahrgastzahlen zur Gewerbeausstellung wohl noch mehr verschätzt. Sie ließ 1895 gleich 4 Neubauten von der Schiffswerft Johannsen aus Danzig liefern, Schwesternschiffe mit kleinen Maßabweichungen, vermessen für je 352 Personen und durch je 2 Zweifachexpansionsmaschinen mit Einspritzkondensation mit einer Leistung von 2 x 90 PSi angetrieben. Die Länge der Dampfer lag zwischen 31,30 m und 31,80 m, die Breite zwischen 6,36 m und 6,40 m; im beladenen Zustand hatten sie einen Tiefgang von 1,42 m. Ihre Maschinen und Kessel waren bei der Union-Gießerei in Königsberg erbaut worden; als Seltenheit für diese Leistungsgröße besaßen sie eine Joy-Umsteuerung Die Kessel hatten eine Heizfläche von je 58,5 m² und einen Dampfdruck von 12 ätu.

Unter den Bau-Nummern 93-96 kamen sie unter den Namen HEWALD, NEPTUN, BORUSSIA und KYFFHÄUSER in Fahrt, aber bereits nach drei Jahren übernahm die SHGD “Stern” 1898 auch diese 4 Dampfer und änderte ihre Namen um in GRÜNAU, BERLIN, POTSDAM und WANNSEE. Die WANNSEE ex KYFFHÄUSER mußte 1935 nochmals ihren Namen in DAHME ändern, denn nach dem Zusammenschluß mit der Teltower Kreisschiffahrt im Juli 1934 gab es dort bereits einen Dampfer mit Namen WANNSEE

Diese 4 Schiffe überstanden den 2. Weltkrieg alle ohne Schäden; allerdings mußten GRÜNAU und DAHME als Reparation an die UDSSR abgeliefert werden. Als sie im Sommer 1945 in Marsch gesetzt wurden, blieb DAHME auf der Oder mit Maschinenschaden zurück und konnte später wieder nach Berlin umkehren. Die  POTSDAM war nach Kriegsende der erste Berliner Dampfer, der schon am 21. Juni 1945 wieder seinen Dienst auf der Strecke Stößenseebrücke - Glienickerbrücke für den Arbeiterverkehr aufnehmen konnte und täglich etwa 2000 Personen beförderte.

1948 gingen alle drei Dampfer an die Verkehrsbetriebe in Potsdam, sie fuhren dort unverändert als Dampfschiffe, BERLIN bis 1965, wurde im Juni abgewrackt, POTSDAM bis zum Saisonende 1966; auf der Schiffswerft in Genthin lag das Schiff noch längere Zeit, da man das Vorschiff ursprünglich noch für einen Neubau verwenden wollte, ein Beweis dafür, wie gut diese Dampfer auch nach so langer Zeit noch im Eisen waren. Die DAHME wurde in Potsdam zum dritten Mal umgetauft und fuhr bis 1962 als FRIEDENSBOTE.”. 

Trost 1988, Seiten 43 und 44:
Ende II. Weltkrieg:
“Der Stern und Kreisschiffahrt verblieben von der ganzen Flotte noch 18 Schiffe, davon waren 13 Dampf- und 5 Motorschiffe, bei denen eine Wiederinstandsetzung lohnend erschien. Einziges fahrbereites Schiff war der Dampfer Potsdam....
In dieser schwiergen Situation gelang es der Stern und Kreisschiffahrt trotzdem, schon am 21. Juni 1945 ihren Dampfer Potsdam wieder in Fahrt zu setzen, er verkehrte auf der Strecke Stößenseebrücke - Glienickerbrücke - besonders für die Werktätigen und beförderte täglich etwa 2000 Personen.

Geschichte

19xx Dampfer Potsdam - P132
1965 Dampfer Potsdam

DSU 400 / Potsdam - Dampferfahrt des Krankenhauses Prenzlauer Berg
Falls jemand aus dem Krankenhaus etwas über diese Fahrt weiß.....??

195x Potsdam - DSU400 Krhs Prenzlberg - RS oA

Borussia (1895 - 1898) } Potsdam (1895 - 1966) } Teileverwendung Strandbad Ferch } Königswald

1966 Dampfer Potsdam klein

1975 Briefmarke Prinzessin Charlotte von Preussen-klein

© Uwe Gerber, Berlin (2017)

Potsdam

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