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Dahlem (Motorboot)

Dahlem ?

„Dahlem
Post Berlin-Steglitz“

Erworben über ebay mit der Angebotsüberschrift „Dahlem Binnenschiff auf dem Grunewaldsee“.
Auf dem Grunewaldsee und auch nicht auf dem Schlachtensee (siehe Motorbootfähren Schlachtensee) fuhr solch ein Motorboot aber niemals. 

Die Aufnahme entstand auch nicht auf einem See im Grunewald. Ich vermute das Havelufer.

Einen Namen kann ich am Rumpf nicht erkennen/entziffern.

Die Angabe auf der unbeschriebenen Karte, welche auf der Rückseite keine Angaben enthält, ist mir nicht verständlich.

Ich vermute, dass es sich um ein privates Yacht-Motorboot handelt. Wegen der Kaiserreich-Flagge (1871-1918) am Heck und der Kartenqualität schätze ich das Aufnahmedatum auf ca. 1910. Die Dame und der Herr auf dem Boot könnten die Eignerfamilie sein? (Ähnlich wie die Emmy II).

Vielleicht wohnte die Eignerfamilie in Dahlem (Post Berlin-Steglitz). Und weil sie stolz auf ihr schickes Boot waren, haben sie eine Postkarte drucken lassen?

Von daher führe ich das Boot hier unter den Namen „Dahlem“.

Jedenfalls ist es eine nette Aufnahme.  🙂 

 

 

 

 

Hier noch ein weiteres Bild, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es sich um das selbe Boot handelt. Die Aufnahme ist leider nicht gut.
Hierbei handelt es sich scheinbar um das Boot der Familie eines Schülers des  Arndt-Gymnasium in Dahlem.

Wikipedia:
„Das Arndt-Gymnasium Dahlem wurde 1908 als privates, elitäres Landschulheim, vor allem für den preußischen Adel, im Geiste der Reformpädagogik im damals noch „weit draußen“ liegenden Dahlem gegründet.“

Möglicherweise finden sich in einem Artikel aus der Zeit um 1910 (etwa in der Berliner Zeitschrift „Die Woche„) oder in einer Schulchronik des Arndt-Gymnaiums weitere Informationen zu dem Boot?

So berichtet „Die Woche“ im Jahr 1912 (Nummer 28, Seite 1182) zum Beispiel in einem Arikel

„Das Heidenhaus des Arndt-Gymnasiums“ von Dr. Dumrese, Dahlem:
„… Die Strausberger Gegend war oft das Ziel unserer Sonnntagsausflüge, die den belebten Gegenden nach Möglichkeit zu entgehen suchten. Für Tagespartien liegt sie etwas zu weit. Bei Ausflügen über Sonnabend und Sonntag dagegen waren Nachtquartier und Verpflegung entweder mangelhaft oder bedeuteten eine erhebliche Verteuerung. Für kleinere und schwächliche Schüler ferner schien ein bloßer Aufenthalt in Waldluft und Waldstille oft wertvoller als große Märsche. Nun wurde durch einen Freund der Anstalt in der Strausberger Stadtforst zum Aufenthalt für die Schüler ein Forstgrundstück zur Verfügung gestellt. So entstand der Plan, darauf ein Häuschen zu bauen als Unterkunft für die Schüler auf ihren Sonntagsausflügen, als Stützpunkt auch für größere Wanderungen im Osten Berlins, als Ferienheim endlich für Angehörige der Anstalt. Im Kreis der Eltern fand der Gedanke Anklang, es flossen reichlich die Gaben…. „

Nun, das „Heidenhaus“ war kein „Häuschen“, sondern ein stattliches Forsthaus. Später gab es dann in Nahmitz bei Lehnin noch ein „zweites Heidenhaus“.

In diesem Sinne dürfte vermutlich auch das Boot unten der Schülerschaft (gelegentlich) für Ausflüge zur Verfügung gestanden haben. Vermutlich auch mehr als einmal, denn warum sonst wurde eine Postkarte gedruckt?

 

 

 

Bild folgt.

 

 

Zuletzt bearbeitet 28.04.2026