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Hamburg Amerika Linie: Losch Stuttgart an Losch USA

Bei Instagram finden sich folgende Hinweis:

wirtschaftsarchiv_bw

Hat jemand von euch auch schon im Ausland studiert?
Manchmal entdecken wir in unseren Beständen die überraschendsten Dinge, wie beispielsweise dieses „Student’s Athletic Ticket“ der University of Pennsylvania.
Hans D. Losch hat wahrscheinlich 1922 an der University of Pennsylvania angefangen zu studieren und war Teil der Abschlussklasse 1926. Er ist am College of Arts and Sciences eingeschrieben gewesen.
Mit diesem Ticket durfte er in der Saison 1923/1924 als Zuschauer die sportlichen Wettkämpfe auf dem Franklin Field besuchen.

Dazu dieses Bild:

Abschrift:
Council on Athletics University of Pennsylvania
Student’s Athletic Ticket
This ticket is issued by the Council on Athletics of the University of Pennsylvanian, and is good for one admission to all Athletic contests on Frankliin Fild, from September 29, 1923, to June 30, 1924, subject to the conditions on the reverse side hereof.
Entrance on South Street.
Google-Übersetzung:
Sportrat der Universität von Pennsylvania
Sportkarte für Studierende
Diese Karte wird vom Sportrat der Universität von Pennsylvania ausgestellt und berechtigt zum einmaligen Eintritt zu allen Sportveranstaltungen auf dem Franklin Field vom 29. September 1923 bis zum 30. Juni 1924, vorbehaltlich der Bedingungen auf der Rückseite.
Eingang über die South Street.

Wikipedia: „Franklin Field
und hier direkt die Stadionwebseite „Franklin Field„. Das Stadionfeld wurde 1922 erbaut.

Dazu ergänzend ein Brief, welcher am 19.10.1923 in Hamburg angestempelt und am 06.11.1923 in Philadelphia ankam.

Absender:
Frau P. A. Losch
(85?) Hauptmannsreute
Stuttgart
Empfänger:
Herrn Hans D. Losch
Pennsylvania University
Philadelphia, USA

Interessanterweise auf einem Briefumschlag der Hamburg Amerika Linie. Vielleicht ist der Sohn „Hans D.“ mit einem Schiff dieser Linie in die USA gereist, Wikipedia: „1921 wurde der Transatlantik-Dienst wieder aufgenommen in Kooperation mit der United American Lines (UAL), einem Teil des Harriman-Konzerns. 1921 und 1922 nahm die HAPAG nach und nach alle alten Liniendienste wieder auf, sobald geeignete Tonnage vorhanden war. … 1923 war der Wiederaufbau nahezu abgeschlossen, die Flotte der HAPAG umfasste 78 Seeschiffe mit 388.827 BRT.“

Zu dem damaligen Studenten „Hans D. Losch“ und vermutlich seiner Mutter sind auf der Webseite „Ancestry“ frei abrufbar folgende genealogischen Angaben zu finden:

Die Vornamen „Hans D(ietrich)“ und „P(auline) A(dolfine)“ passen. Von daher sollte Personengleichheit bestehen.

Ein weiterer Eintrag enthält die Webseite „Find A Grabe“ hier, demnach lebte Hans Losch vom 22.09.1905 bis 18.02.1965, sein Grab befindet oder befand sich in Tuttlingen auf dem „Alten Friedhof“, welcher inzwischen ein Bürgerpark ist. 1990 war die letzte Bestattung auf dem Alten Friedhof, die letzten Ruherechte endeten 2015. Losch wurde nur 59 Jahre alt. In einem Petitionsdokument des Landtag von Baden-Württemberg aus dem Jahr 1964 (Nummer 31, letzte Seite 8026.) ist eine Petition eines „Herrn Hans Losch, Oberstudienrat, Tuttlingen“ zu einer Lohnsteuerangelegenheit vermerkt. 

Ebenfalls auf der Webseite „Ancestry – Hamburger Passagierlisten, 1850-1934“ (Projekt), ist frei folgender Eintrag zu einem Hans Losch zu finden:

Vielleicht hat seine Mutter ihn zum Dampfer nach Hamburg gebracht und dann nach seiner Abfahrt gleich noch einen Brief hinterhergeschickt, aus dem Büro der Reederei, dann passt das auch mit dem Umschlag? Es wird sicher ein bewegter Abschied gesesen sein, ich weiß das aus meinem Leben in eigener Erfahrung. Viel Streß und auf plötzlich ist der Junge weg. Falls es so war, so weist Google-KI aus:

Am 19. Oktober 1923 legte die Oldenburg (ex-Schiffname vor 1923) der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) von Hamburg mit Ziel New York ab. 

Aber es kann natürlich auch sein, dass die Mutter einfach nur Umschläge der Hamburg Amerika Linie hatte und diese „hübsch“ fand und dann eben verwendet hat. 

Hier würde es Sinn machen in den Passagierlisten weiter zu forschen und die Originaldokumente einzusehen, aber die Kosten möchte ich hierfür an dieser Stelle nicht aufwenden.  

Schön jedenfalls, dass der Umschlag „überlebt“ hat. So zeichnet sich in Abgleichung des „Student’s Athletic Ticket“ und des Briefumschlages doch ein Bild ab. Den Brief habe ich bei ebay am 19.04.2026 für insgesamt 6,79 € ersteigert.

 

 

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Sonstiges:

Die Entfernung zwischen Stuttgart und Tuttlingen beträgt laut GoogleMaps Routenplaner rund 120 km.

Zu (Namensvettern von) „Hans Losch“ habe ich unter anderem noch folgendes gefunden:

  • 1935 Hans Losch, Titel: „Gedanken von der ägyptischen Reise im Osterurlaub März/April 1935.“ 
    Inhalt: Manuskript des jugendlichen Schreibers Hans Losch, der eine „Kraft durch Freude“-Familienreise nach Ägypten im Frühjahr 1935 beschreibt.
  • Tuttlingen, 29. Sep 1947, Hans Losch an Karl Barth.
  • Gerhard Ebeling in Hermeneutische Blätter, → Sonderheft 2006 „Gerhard Ebeleing / Mein theologischer Weg“:
    Neue Freundschaften traten in mein Blickfeld: außer Hermann Stehfen-Gervinus und durch ihn der studentische Singkreis bei Köhlers samt weiteren Möglichkeiten zu musizieren, und schon sehr früh durch die Lehrveranstaltungen bei Grisebach die Freundschaft mit dem Mathematiker und Physiker Studienassessor Hans Losch, der mit mir Ende März sogar meine erste Bergbesteigung auf den Glarner Fronalpstock unternahm.“ und „Anfang Juli konnte ich auf dem Rücksitz des Motorrades eines Amtsbruders, den ich aus der Crossener Zeit kannte, zum Evangelischen Kirchentag nach Stuttgart fahren und außer Kometa auch Werner Jetter und Hans Losch wiedersehen (29.7.1936)“ und „Ähnlich war die Rückreise über Tuttlingen-Sulz, wo ich eben auch eine Nacht in Immendingen auf dem Bahnhof zubrachte. Aber die beiden Namen Tuttlingen und Sulz sagen Euch vielleicht schon, daß ich dort jeweils liebe Bekannte besuchen durfte, in Tuttlingen die Frau von Hans Losch (Hans ist noch nicht aus amerikanischer Gefangenschaft in Bayern zurück. Er befindet sich als Parteigenosse in einem Internierungslager), und in Sulz die Bekannten Kometas, Familie Schloz, die ich ja neu kennenlernte und von denen ich rührend aufgenommen wurde.“ und „Kometas Bruder Etienne begleitete beide bis an die Grenze, und ein Taxi brachte sie nach Tuttlingen, wo sie bei der Frau meines Freundes Hans Losch, der sich noch in amerikanischer Gefangenschaft befand, übernachten konnten.
  • Hans Losch (16.09.1902 — 10.12.1995). Ein Indologe. Einer seiner Studenten schrieb 1982 über ihn:
    Mein zweiter indologischer Lehrer war Professor Hans Losch, der zur Verwunderung der Fakultät unter der Berufsbezeichnung „Kammersänger“ im Telefonbuch stand.“
  • Dann gab es auch noch einen weiteren „Hans Losch“, geboren 1930, welcher von Beruf Puppenspieler war:
    11.09.2009 Tagesspiegel: Berlin: Hans Losch (Geb. 1930) Ein Theatermogul der Puppenwelt. Offizieller Titel: Haushandwerker.

Sowie noch eine Anzahl weiterer Einträge, bei denen ich aber nicht nachvollziehen kann, welchem „Hans Losch“ sie jeweils zuzuordnen sind.

Alles ein bißchen vage, vielleicht, aber ich belasse es zunächst einmal dabei.  🙂