Hier ein netten Brief, welcher postalisch am 22. Mai 1923 von Tartu in Estland nach Dresden gelaufen ist.
Empfänger ist
Herr W. Baron Stael von Holstein.
Hindenburgstraße 17
Dresden.
Im Adressbuch der Stadt Dresden habe ich für die
Jahre 1921 (N/S),
1922/23 (N/S),
1924/25 (N/S) und
1925/26 (N/S)
leider keinen Eintrag dazu gefunden, weder im Namenverzeichnis („Holstein“), noch im Straßenverzeichnis („Hindenburgstraße“). Bei der Hindendenburgstraße scheint es sich laut Adressbücher um ein Gebäude mit EG plus Etagen 1. bis 4. zu handeln, also fünf Vollgeschosse. Wie der heutige Straßenname lautet, habe ich nicht versucht herauszufinden.
Auf der Familien(forschungs)webseite „www.stael-von-holstein.de“ ist ein umfangreichster Stammbaum hinterlegt. Da der Brief aus Estland kam, vermute ich einen Bezug zur baltischen bzw. estländischen Stammbaumlinie: Stammbaum 2 und 3 sowie Stammbaum 4 und 5. Leider enthalten die ganzen Stammbäume keine Geburtstage und Lebensdaten. Aber ich vermute, dass das „W.“ für Wilhelm steht, der Empängername also vermutlich
Wilhelm Baron Stael von Holstein
oder in Deutschland
Wilhelm Freiherr Stael von Holstein
lautet. Wobei ein Baron und ein Freiherr wohl identisch ist. Baron sagt man international, Freiherr sagt man in Deutschland.
Staël von Holstein (auch Staël oder Stail (ohne Holstein) sowie Stael von Holstein, Stail von Holstein, Stael-Holstein o. ä.) ist der Name eines jülich-bergischen Uradelsgeschlechts, das später auch im Baltikum und in Schweden ansässig war.
Nach der Trennung Estlands und Livlands von Schweden und der Angliederung an Russland 1721 bestanden die dortigen Zweige der Familie in der Estländischen und Livländischen Ritterschaft fort. Der russische Kaiser erhob sie durch einen Ukas 1869 in den Freiherrenstand.
Im Zuge der Russischen Oktoberrevolution 1917 und der Estnischen Landreform 1919 verlor die Familie wohl ihre Güter im Baltikum. Auf der o.g. Familienwebseite befindet sich dazu eine Aufstellung:
→ Schlösser in Livland und Estland einstmals im Besitz der Familie Stael von Holstein.
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Frankiert mit einer „15 Marka“ Wikingerschiff in der gezähnten Version, welche ab dem 08.06.1922 ausgegeben wurde. Mehr zu diesem Wikingerschiff-Marken siehe auch → Drei Wikingerschiffe auf dem Weg von Estland nach Berlin.
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